978-3-426-50848-0_jpg_30065648KLAPPENTEXT:

Ungarn im Jahre 1455: Veronika denkt sich nichts dabei, als sie ein Gespräch belauscht. Für eine Frau ist dies nur allzu häufig der einzige Weg, um an Informationen zu kommen, die die Männer als zu bedrohlich für zarte Frauengemüter erachten. Doch was sie in diesem Gespräch erfährt, wird ihr Leben für immer verändern. Die Männer planen einen Mord – und Werwölfe sollen ihn ausführen. Veronika kann kaum glauben, was sie da hört, doch eines ist sicher: Wenn sie das Opfer nicht sofort warnt, wird ein unschuldiger Mann sterben. Ihr Handeln hat jedoch fatale Folgen. Eines der Untiere beißt sie und macht sie so selbst zu einer Werwölfin. Von nun an ist sie Teil einer verborgenen Welt, von der normale Menschen nicht einmal etwas ahnen. Es gibt einen Bund von Werwölfen, der den mächtigsten Männern Europas im geheimen dient. Dieser Bund will auch Veronikas Leben bestimmen. Anfangs – solange sie sich noch an ihre neue natur gewöhnen muss – hat sie keine andere Wahl, als ihm zu folgen. Aber als er ihr vorschreiben will, wen sie lieben soll, beginnt sie um ihre Freiheit zu kämpfen – und um ihre Liebe ...

AUTORIN:
(Quelle: Knaur)

Christiane Spies wurde 1981 geboren und lebt in Nürnberg, wo sie als Wissenschaftsjournalistin arbeitet. Nach langen Recherchen in historischen Stadtarchiven, Antiquariaten und Bibliotheken entstand ihr erster Roman „Mondherz“. Diese Werwolfs-Saga, die vor einer beeindruckenden historischen Kulisse spielt, wurde von einem halbjährigen Aufenthalt in Budapest inspiriert.

EIGENE MEINUNG:

Schon von der ersten Seite an war ich begeistert von der Schreibe der Autorin, der man in keinem einzigen Satz anmerkt, das „Mondherz“ ihr Erstlingswerk ist. Gut durchdachte Sätze, bildhafte Sprache und der leichte Fluss der Handlung lesen sich einfach richtig gut. Doch was den Inhalt betrifft hatte ich zunächst meine Bedenken und – völlig zu Unrecht – eventuell vielleicht sogar ein paar Vorurteile.

Werwölfe sind keine Unbekannten im Bereich Fantasy und zählen sogar mit zu meinen Lieblingsfiguren. Meistens stehen sie jedoch in einem sehr blutrünstigen oder sehr kitschigen Kontext. Trotz dieser Bedenken nahm ich „Mondherz“ zur Hand, begann zu lesen und dachte: „Mmmh, Schade, wieder nichts Neues.“ Doch dann hat mich der Sog des Buches erfasst und ehe ich mich versah hatte ich auch schon die ersten zweihundert Seiten verschlungen. Die Geschichte ist in der Tat nichts komplett Neues, aber eine gute Mischung aus blutrünstigen Werwölfen und einer leidenschaftlichen Liebe, gepaart mit politischen Intrigen und Kampfszenen und so spannend erzählt, dass man sich ihr nicht entziehen kann.

Protagonistin Veronika ist eigensinnig, mutig und selbstbewusst. Doch als sie von einem Werwolf gebissen wird, bekommt auch sie zunächst Angst vor dem was nun mit ihr geschieht. Sie findet sich jedoch sehr schnell mit der neuen Situation zurecht. Dies vor allem dank ihres Beschützers Gábor, der eine unglaubliche Anziehungskraft auf sie ausübt.

Auch Gábor kann sich der Sehnsucht nach Veronika nur schwer widersetzen, doch eine Prophezeiung hält ihn zurück. Eine Prophezeiung, die besagt: „Die Jungfrau wird von zweigestaltigem Wesen sein, mit einem Willen, der selbst den Ältesten widersteht.“ Veronika scheint eben diese Jungfrau zu sein, die dafür ausersehen ist, das ungarische Volk zu retten.
Doch zur Prophezeiung gehört eine weitere Klausel, die Gábor nicht zu erfüllen scheint ...

Sowohl Protagonisten, als auch Nebencharaktere beeindrucken dadurch, dass sie detailliert gezeichnet sind. Es gibt nicht nur liebenswerte, sondern auch ekelhafte, bösartige Figuren und selbst die Helden des Romans haben ihre Ecken, Kanten und kleinen Schwächen, was mir immer etwas sympathischer ist, als aalglatte Charaktere, die keinen Wiedererkennungswert haben.

Obwohl ich Einiges erahnen konnte, hat mich die Handlung zu keiner Zeit gelangweilt. Ganz im Gegenteil. Außerdem hat mir sehr gut gefallen, dass man die leidenschaftliche Spannung zwischen Gábor und Veronika deutlich spüren konnte, sie aber nie zu liebesdollen Wesen heranwuchsen, die nur noch Augen füreinander haben und damit sehr schnulzig die Handlung so einer Geschichte zerstören können.

In einem Interview der Autorin habe ich gelesen, dass sie am nächsten Buch arbeitet, das sich wieder mit den Werwölfen beschäftigen wird. Die beiden letzten Sätze im Buch bestärken meine Ahnung, das es genau so spannend weiter gehen wird: „Es war vorbei. Es konnte beginnen.“ (S. 660)

FAZIT:

Christiane Spies ist ein unglaublich spannender und fesselnder Roman gelungen, der nicht nur mit seinen Charakteren, sondern auch mit einer gut durchdachten Handlung zu begeistern weiß, die gut recherchiert und an wahre historische Begebenheiten angelehnt ist. Ein Werwolf Roman jenseits jeglichen Kitschs und sinnloser Blutrünstigkeit, dem es gelungen ist mich in seinen Bann zu ziehen.

BEWERTUNG:

Kuh 45

BUCHINFO:

Broschiert
Knaur (März 2012)
672 Seiten
14,99 €
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