KLAPPENTEXT:
Der junge Sherlock Holmes soll seine Sommerferien auf dem Land verbringen – bei Tante Anna in Farnham. Stundenlang dauert die Reise und nichts als Gerstenfelder weit und breit. Noch öder geht es ja wohl kaum, Sherlock ist stocksauer. Doch dann kommt alles ganz anders und plötzlich ist er mittendrin in seinem ersten Fall. Mysteriöse Todesfälle, prügelnde Muskelprotze und ein böser Baron – das erste Abenteuer des jungen Meisterdetektivs beginnt.
ZUM AUTOR:
(Quelle: FJB )
Andrew Lane ist der Autor von mehr als zwanzig Büchern, unter anderem Romanen zu bekannten TV-Serien wie ›Doctor Who‹ und ›Torchwood‹. Einige davon hat er unter Pseudonym veröffentlicht. Andrew Lane lebt mit seiner Frau, seinem Sohn und einer riesigen Sammlung von Sherlock-Holmes-Büchern in Dorset.
EIGENE MEINUNG:
Sherlock Holmes hat mich schon immer gereizt, dennoch habe ich bisher noch keins der Bücher über ihn gelesen (aber einen Film angeschaut). Zum Glück ist mir nun "Young Sherlock Holmes" in die Finger geraten. Keine der Originalgeschichten von Arthur Conan Doyle, aber sicher annähernd so spannend. Geschrieben von einem seiner größten Fans, dem Autor Andrew Lane, der nicht versucht "das Original" zu kopieren, sondern sich in Sherlock Holmes hinein zu versetzen. Was ihm, meiner Meinung nach, sehr gut gelungen ist.
Für seine Geschichte hat Lane die Jugendjahre des Detektivs gewählt. Sherlock Holmes Bekanntheit ist mittlerweile so groß, dass sich manchmal ein bisschen Fiktion und Historie vermischen und es sicher einige Menschen gibt, die denken, dass er eine historische Figur aus der Realität ist. Liest man Lanes Roman, der etwa Mitte bis Ende des 19. Jahrhunderts spielt, kann man diesem Glauben auch nur allzu leicht verfallen, denn sehr schnell findet man sich tief verwurzelt in einer Geschichte wieder, die atmosphärisch dicht und sehr bildlich geschrieben ist und sich gut auch in einem Rutsch weg liest.
Andrew Lanes Held, der junge Sherlock Holmes, ist ein sympathischer und sehr gewitzter junger Mann, der mit seinem findigen Verstand leider unter seinen Mitschülern auf wenig Verständnis trifft. Während seinem Aufenthalt bei seiner Tante Anna und Onkel Sherrinford trifft er endlich auf Gleichgesinnte und hat zum ersten Mal in seinem Leben Freunde. Und was wahre Freunde wert sind, lernt er nur allzu schmerzlich kennen. Auch Matty, Virginia und sein Lehrer Amyus Crowe gehören zu dem Holz aus dem Helden eines solchen Romans geschnitzt sein sollten. Besonders gut gefallen hat mir dabei die Beobachtungs- und Kombinationsgabe der jungen Leute.
Eine Sherlock Holmes Geschichte wäre natürlich keine Sherlock Holmes Geschichte, wenn kein Kriminalfall darin vorkomen würde. Dabei belässt es der Autor nicht bei einfachen Morden, sondern haftet ihnen etwas mysteriöses an, dass ausgesprochen gut zum Zeitalter passt und für eine düstere Atmosphäre sorgt. Lane ist nicht blutrünstig, aber er fasst seine Figuren auch nicht gerade mit Samthandschuhen an, was bedeutet, dass Leser sich auf einige Todesfälle, gebrochene Knochen und Beulen gefasst machen können.
Band 2 erscheint im Herbst 2012 ebenfalls bei FJB.
FAZIT:
"Young Sherlock Holmes 01: Der Tod liegt in der Luft" ist genau so, wie ich mir eine Sherlock Holmes Geschichte immer vorgestellt habe: eine tolle, düstere Atmosphäre, ein sympathischer Protagonist mit kleinen Macken und eine Geschichte, die spannend ist bis zur letzten Seite. Beeidruckend, wie der Autor einen Roman kreiert hat, der sich scheinbar nahtlos in die Lücke einer anderen fiktiven Geschichte einfügt. Ein Buch, das mir auch als Film sehr gut gefallen würde.
BEWERTUNG:

BUCHINFO:
Taschenbuch
Fischer (Februar 2012)
415 Seiten
8,99 €















